Interview mit den Gründern: Leckere Überraschung beim Unboxing garantiert

1. Herr Pauer, Herr Bruck – Sie sind die Väter von Snackfox und verkaufen ab morgen unter neuem Konzept süße Sonderposten und Snacks aus B-Ware. Klingt erstmal nicht revolutionär. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Michael Bruck:Wir sind ja inzwischen beide heurige Hasen in der Schokoladen- und Süßwarenbranche. Bei einem Meeting mit Kollegen und Partnern, wo es eigentlich um Logistikthemen ging, kam am Rande die Frage auf, wer sich schon mal ernsthaft mit Food-Restanten beschäftigt hätte. Da schauten sich alle nur fragend an und schon wurde das Thema wieder gewechselt. Uns ließ es allerdings nicht mehr los.

Tadeusz Pauer: Das muss man sich mal vorstellen. Da werden Jahr für Jahr mindestens 114.000 Tonnen leckerer Snacks und Süßwaren vernichtet, so unsere konservative Schätzung. Und das nur, weil sie kleinste Schönheitsmängel beim Verpackungsdruck haben. Manchmal hat sich auch nur jemand bei der Planung von Exportmengen verkalkuliert. In der Konsequenz wandern diese Leckereien dann alle in den Ofen. Das kann es nicht sein.

 

2. Sie sind sozusagen also ganz selbstlos auf süßer Rettungsmission? Und worin besteht diese nun eigentlich?

Michael Bruck:Ganz selbstlos natürlich nicht. Sonst hätten wir daraus ja kein Geschäftsmodell gemacht. Trotzdem ist es natürlich eine charmante Idee, diese Snacks wieder dem Genuss zuzuführen. Letztlich gewinnen alle dadurch. Die Hersteller, weil wir ihnen diese Sonderposten und B-Ware zum fairen Preis in großem Stil abkaufen. Wir als Anbieter, weil wir mit diesen Snacks immer neue bunte Mischungen zusammenstellen können. Keine Snackfox-Box wird der anderen gleichen – die Überraschung ist immer garantiert. Und am Ende profitiert natürlich vor allem der Kunde davon. Preisbewusste Naschkatzen können sich bei uns mit köstlichen Snacks und Süßigkeiten en masse zum echten Niedrigpreis eindecken.

Tadeusz Pauer: Nicht zu vergessen sind auch die Entlastung für die Umwelt und andere Nachhaltigkeitseffekte. Ohne uns wären die meisten dieser beliebten Knabbereien verbrannt worden. Außerdem setzen wir ganz bewusst auf die Konfektionierung unserer Nasch-Boxen durch Menschen mit Behinderung. So fördern wir auch noch das Gelingen der gesellschaftlichen Teilhabe für unterstützungsbedürftige Menschen. Ich denke, wir haben das Thema „Günstig naschen mit gutem Gewissen!“ jetzt einfach mal komplett neu definiert. Das fühlt sich gut an.

 

3. Was glauben Sie: Wer wird Ihre Snacks kaufen

Tadeusz Pauer: Unsere Produkte sind ganz klar was für diejenigen, die a) überhaupt gerne naschen, b) gerne viel naschen und c) nicht so viel dafür ausgeben möchten wie im regulären Einzelhandel. Gewiss kann man unsere einmaligen Probier-Boxen oder auch Abo-Modelle auch verschenken. Aber wir gehen eher davon aus, dass bei uns vorrangig zum Eigenverzehr bestellt wird.

Michael Bruck: Ich fass es mal kürzer zusammen: Na jeder! Wer es nicht tut, hat einfach weniger zum Naschen.

 

4. Abgesehen vom günstigen Preis setzen Sie sehr stark auf Nachhaltigkeit. Gibt es dafür eine persönliche Motivation?

Michael Bruck: Fairer Handel und Klimaneutralität waren mir schon immer wichtige Anliegen, egal wie das Unternehmen hieß, das ich gegründet habe. Es bedeutet mir viel, dass wir diese Themen dauerhaft weiter unterstützen. Es kann nicht sein, dass wir mit unserem täglichen Konsum mehr oder weniger unfreiwillig oft die Menschen in den Ländern der sogenannten Dritten Welt ausbeuten. Schon ein komischer Begriff diese Dritte Welt. Schließlich leben wir alle auf einer Welt. Ich möchte einfach gerne ein Unternehmen leiten, das sich aktiv für Fairness, Chancengleichheit und Umweltschutz einsetzt. Dann schlafe ich besser.

Tadeusz Pauer: Persönlich wichtig finde ich auch, dass man nie vergisst, wo man herkommt. Seine lokale Verwurzelung im Hinterkopf zu behalten und etwas zurückzugeben, wenn es an der Zeit ist – das sind für mich wesentliche Faktoren sozial verträglichen Wirtschaftens. Bei allem Erfolgsstreben und allem Spaß, die das Arbeiten als Entrepreneur macht, ist mir das sehr wichtig. In „sharing is caring“, wie es Neudeutsch so schön heißt, steckt für mich viel Wahrheit und vor allem viel persönliche Nachhaltigkeit.

 

5. Eine Frage speziell an Herrn Bruck: Mit Snackfox gründen Sie nach dem Shocoladen im Jahre 2006 und chocri 2008 nun schon Ihr drittes Unternehmen. Wissen Sie noch, was Sie damals gesagt haben, wo sie sich in 10 Jahren sehen möchten?

Michael Bruck: Nicht mehr wortgetreu, aber so ungefähr schon. Das meiste davon ist mir auch gelungen, wie ich finde. In der Tat ist chocri eine Erfolgsgeschichte geworden und hat ein paar glückliche Mitarbeiter, denen ich auf dem weiteren Weg mit der Confiserie Riegelein alles erdenklich Gute wünsche. Den Bezug zur Realität habe ich nie verloren. Am Häuschen im Grünen mit kleinem Garten ist auch ein Haken dran. Nur am Nachwuchs muss ich noch arbeiten.

 

6. Dann jetzt diese spezielle Frage erstmals an Herrn Pauer: Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?

Tadeusz Pauer: Es wäre schön, wenn Snackfox dann noch erfolgreich bestehen würde, sich am besten einen guten Ruf und einen großen Kundenstamm erarbeitet hätte, so dass alle Beteiligten – Mitarbeiter, Partner und Kunden – einfach glücklich mit Unternehmen und Produkt sind. Privat sehe ich es ähnlich wie Michael Bruck. Einfach immer schön auf dem Boden bleiben und jede geschäftliche Vision knallhart auf die Ebene machbarer Missionen runterbrechen. Stück für Stück nascht das Eichhörnchen. Schön aus Sicht meines Lokalkolorits fände ich es auch, wenn sich der FSV Zwickau dann dauerhaft in Liga Zwei etabliert hätte.

 

7. Die berühmte Schlussfrage. Können Sie die Süßigkeiten und Snacks aus Ihren Snackfox-Boxen überhaupt noch sehen? Was sind Ihre Favoriten?

Michael Bruck: Der Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr gerne nasche, ist noch lange nicht in Sicht. Vielleicht hört sich auch eher die Erde auf zu drehen. Leckeres Naschen gehört für mich felsenfest zu guter Lebensqualität. Meine Favoriten im Moment sind alle Snacks und Süßigkeiten, die mit Erdnussbutter, Schokolade, Pralinen und Crisp zu tun haben. Das kann sich aber auch wieder ändern.

Tadeusz Pauer: Ich sehe alles gerne, was den Weg in unsere Snackfox-Box findet. Sonst würde es diesen Weg nämlich auch gar nicht finden. Echte Bruchware, wirklicher Ausschuss oder seltsame exotische Geschmacksrichtungen haben keine Chance bei Snackfox. Meine Favoriten sind alle Sonderposten und B-Ware, die mindestens genauso gut schmecken wie die ursprüngliche A-Ware. Von daher kann ich wahllos in unsere Boxen greifen. Mir schmeckt alles, immer und jederzeit!

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